Lieber Marco, wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?
Ehrgeizig, humorvoll und offen.
Wie lange arbeitest du schon bei Stamm und was hat dich ursprünglich in die Baubranche geführt?
Jetzt im März '26 bin ich bereits 12 Jahre bei Stamm.
In die Baubranche bin ich durch meinen Vater gekommen. Er war nämlich jahrelang selbständig als Bodenleger tätig. Zudem war unser Nachbar Geschäftsführer bei einer bekannten regionalen Baufirma. Ursprünglich wollte ich Hochbauzeichner werden, da ich in der Schule im Zeichnen sehr talentiert war. Der Nachbar meinte jedoch, falls es als Hochbauzeichner nichts wird, sollte ich zuerst eine Ausbildung als Maurer absolvieren. Gesagt, getan. So hab ich mich für den Maurerberuf entschieden und bin schliesslich gar nie mehr zum Hochbauzeichner gekommen.
Wohl auch deshalb, weil ich bereits in meiner Jugend habe viel handwerklich gearbeitet habe. So schraubte ich zuerst am Töffli rum und später dann an meinen Autos.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Der Tag beginnt im Büro mit dem Überprüfen und Bearbeiten meiner E-Mails. Danach geht es entweder mit einem Kollegen oder mit dem Bauführer gemeinsam auf die Baustelle.
Sofern ich keine eigene Baustelle betreue, gehe ich auf andere Baustellen, bei denen unsere Maurerei tätig ist, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist oder ob es Probleme gibt, bei denen ich unterstützen kann.
Je nach Bedarf erstelle ich zudem Offerten oder kümmere mich um Kundenanfragen.
Was wird in deinem Beruf oft unterschätzt?
Oft wird unterschätzt, wie viel Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Beruf verlangt. Man muss sich sehr viel Wissen aneignen und gleichzeitig viel davon praktisch anwenden. Die Komplexität des Berufs und das breit gefächerte Wissen, das über die eigentliche Arbeit hinausgeht, wird häufig gar nicht wahrgenommen.
Neben deiner Tätigkeit als Polier bist du bei uns auch als Berufsbildner tätig. Was gefällt dir an letzterer Rolle am meisten?
Am meisten gefällt mir die Arbeit mit den jungen Menschen. Es ist immer wieder eine Herausforderung, da jeder Lernende anders ist und seine eigene Art und Weise hat. Das macht es sehr interessant und gleichzeitig aber auch anspruchsvoll. Besonders schön ist das Resultat am Ende der Lehrzeit zu sehen: Einen ausgebildeten Maurer oder eine ausgebildete Maurerin und damit die Bestätigung, dass man mit seinem persönlichen Engagement einen wichtigen Beitrag zur Zukunft des Berufs und der Baubranche geleistet hat.
Gibt es ein Projekt oder einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist – und warum?
Ja, da gibt es drei nennenswerte Projekte:
- Adler Residenz, Pfeffingen: Meine allererste Baustelle, die ich alleine als Vorarbeiter geleitet habe. Ein sehr prägender Moment bei meiner bisherigen Zeit bei Stamm.
- Wohnüberbauung, Kaiseraugst: Das bisher grösste Projekt, das ich betreut habe. Eine Einstellhalle mit 20 Parkplätzen, darüber zwei Wohnblöcke mit insgesamt 7 Wohnungen. Gleichzeitig haben wir nebenan eine alte Scheune/Restaurant umgebaut. Dies lief alles parallel und war organisatorisch sowie handwerklich sehr herausfordernd.
- Steinenvorstadt, Basel: Von der Art des Umbaus her war dies bis jetzt das komplexeste Projekt. Das gesamte Gebäude musste abgestützt werden, während die Stahlträger eingebaut wurden. Anspruchsvoll, doch mit vielen wertvollen und lehrreichen Erkenntnissen verbunden.
Was begeistert dich heute noch an deinem Beruf?
Die Faszination Bau im Allgemeinen. Man muss ein bisschen dafür gemacht sein. Der Wille, mit den Händen zu arbeiten, gehört dazu und am Ende des Tages ist es wunderbar zu sehen, was man geschaffen hat.
Ebenso gefällt mir die Vielseitigkeit. Mit zunehmender Berufserfahrung erweitern sich der eigene Blickwinkel sowie das eigene Fachwissen. Auch entwickelt man sich stets weiter und es erwarten einen immer wieder neue, spannende Herausforderungen.
Das Spezielle am Bau ist das Miteinander. Das gegenseitige Vertrauen und Hand in Hand arbeiten mit Kollegen, mit denen man manchmal über Monate hinweg täglich zusammenarbeitet, machen den Beruf erst recht zu etwas Besonderem.
Gibt es etwas, das du jungen Menschen mitgeben möchtest, die in die Branche einsteigen wollen?
Ja! Ich möchte Ihnen gerne auf den Weg geben, sich spätestens im letzten Schuljahr bewusst zu werden, dass alles, was sie lernen und in ihre Noten investieren, sie einen Schritt näher an ihr Ziel bringt. Wer sich früh anstrengt und engagiert, hat später die besten Chancen, genau das zu tun, was er oder sie wirklich möchte.
Herzlichen Dank Marco für die spannenden Einblicke! Wir sind stolz, dich bei uns im Stamm-Team zu haben! 🤝